Für Erwachsene

Erwachsen zu sein bedeutet mündig zu sein. So wie der sprichwörtlich mündige Bürger. Es bedeutet eigenverantwortlich und handlungsfähig zu sein. Als mündiger Bürger trägt man also Verantwortung gegenüber sich selbst. Und man ist handlungsfähig. Das Gegenteil von mündig ist unmündig, also handlungsunfähig.

Wer kann sich hierzulande als mündiger Bürger bezeichnen? Eine kleine Minderheit kann es, die große Mehrheit kann es nicht. In einer Angestellten- und Jasager-Gesellschaft, wie der unsrigen, sind mündige Bürger Exoten. Diese Exoten tragen die Verantwortung für den Rest der Bürger, handeln und entscheiden für sie, natürlich aus deren Exoten-Perspektive.

Fast jeder hat irgendeinen „Chef“ und der Chef hat wieder einen Chef über sich usw. Die Verantwortung wird gern nach oben geschoben, zu „den Oberen“. Dann kann man sich bequem darüber beschweren, daß diese Oberen so und so handeln. Oder nicht handeln.

Im Umkehrschluß ist derjenige mündig, der (eigen)verantwortlich in seinen (bescheidenen) Möglichkeiten entscheidet und handelt. Das heißt, er macht konsequent, was er für richtig hält und nicht, was ein Unmündiger ihm rät. Selbst dann, wenn der unmündige Ratgeber offiziell eine Autorität im sozialen Gefüge darstellt und dadurch eine gewisse Macht besitzt.

Wollen Sie die Verantwortung Ihnen gegenüber wirklich anderen überlassen? Die Wahrheit ist, die „Macht“ der anderen (Chef, Eltern, Obere) ist begrenzt und wird schwinden, wenn sie anfangen als mündiger Bürger zu entscheiden und zu handeln.

Als Entrepreneur sind sie bereits ein mündiger Bürger, weil sie als solcher wissen, was für Sie und andere das beste ist, denn Sie übernehmen Verantwortung. Und was ist, wenn sich dann jemand (unmündiges) über Sie beschwert? Dann sind Sie Erwachsen.

Willkommen im Club!

Die Qualifikation zum Branchenschreck

Es ist schön, wenn man sich einer bestimmten Branche zugehörig fühlt. Noch schöner ist es, wenn man sich mit einer Branche identifiziert. So richtig zünftig und völlig high voller Stolz.

Aber wer arbeitet schon in so einer tollen Lieblingsbranche? Wer es nicht tut, für den ist es naheligend und bequem, sich den Gegebenheiten anzupassen und Dienst nach Vorschrift zu machen. Da kann man vielleicht nichts Falsch machen. Aber garantiert nichts richtig.

Wenn Sie ein einflußreiches Unternehmen besitzen, können sie (wenn Sie kompetent und unabhängig sind) ihre eigene Branche so gestalten, wie Sie sie haben wollen. Sie kreieren etwas für Ihre Kunden. Ihre Branche verändert sich.

Wenn Sie ein nicht ganz so einflußreiches Unternehmen besitzen, dann richten Sie sich (wenn Sie kompetent und unabhängig sind) nach Ihren Kunden. Kreieren aber nichts. Ihre Branche bleibt im Grunde die alte. Das ist völlig in Ordnung. Aber:

Wenn Sie kein Unternehmen besitzen und noch nie eins besessen haben und aus einer Branche kommen, die Ihnen egal ist. Dann müssen Sie nicht gut sein und schon gar nicht kompetent. Denn im Gegensatz zu den erwähnten Unternehmern weiter oben, können Sie sich Ihre „Inkompetenz“ durchaus erlauben und gleichzeitig eine gewichtige Rolle in deren Branche spielen.

Wenn Sie abseits des Gewohnten denken und Sie sich weder auf Ressourcen noch auf Schritt-für-Schritt-Anweisungen verlassen, dann können Sie es sich leisten, radikal zu sein. Hier hilft es, als Quereinsteiger anzufangen und über den eigenen Tellerrand zu schauen.

Sprengen Sie Ihre inneren Grenzen, denn Stolz, Kompetenz und Abhängigkeit von Ressourcen wirken oft hemmend auf die Entstehung wirklich innovativer Konzepte.

Um eine bestehende Branche richtig aufzumischen, kreieren Sie am besten dessen Feind: Ihre Branche.

Technologie vs. Zukunft

Technologien, wohin man schaut. Wie viele Unternehmen gibt es in Deutschland, die das Wort Technik im Firmenamen haben, obwohl jeder weiß, das irgendeine Technik im Spiel ist? Es sind bestimmt relativ viele. Jedenfalls ist deren Anteil nicht gering. Ich habe auch gar nichts dagegen, denn jeder kann sich so beschreiben oder nennen, wie er will.

Beim Begriff Technologie bedient man sich lieber dem Englischen Technology. Auch ich benutze Anglizismen. Aber eine Ingenieursgetriebene Industriegesellschaft zu sein wird nicht länger nur Deutschland vorbehalten sein.

Wer weiterhin nur auf Technologien setzt, wenn er damit „Innovationen“ meint, wird noch mehr investieren und noch abhängiger von seiner Technologie werden als bisher. Und auf Patente kann man sich nicht (mehr) ausruhen. Mit anderen Worten, schlimmstenfalls (und das ist am wahrscheinlichsten) kann einem die eigene Technologie die Zukunft verbauen.

In Deutschland wird man es zwar zuletzt merken. Aber die Industriegesellschaft, die traditionell auf eigene Technologien baut, stirbt. (Und der Mythos „Fachkräftemangel“ gleich mit.)

Technologie war in der Vergangenheit wichtig, wo die Industrien, Fabriken und Forschungs- und Entwicklungszentren die Treiber der Wirtschaft waren. Eben, wo streng nach Lehrbuch gearbeitet wurde und man jeden Erfolg nach Leistung messen konnte.

In Zukunft, also im Hier und Jetzt, sind neue wirtschaftliche Verflechtungen, neue Beziehungen zu Kunden und Partnern gefragt. Ressourcen (Leistungen) werden für den unternehmerischenn Erfolg an Bedeutung verlieren. Mini-Ökonomien werden neben den alten Wirtschaftsstrukturen prosperieren.

Gleichzeitig wird seitens der traditionellen Industrie paradoxerweise immer mehr Leistung von allen Ressourcen (Mensch und Technik) gefordert. Warum? Technologien, wie Angestellte sind austauschbarer, berechenbarer und kopierbarer geworden. Was also ist zu tun, wenn sich die Deindustrialisierung auch in Deutschland breit macht? Auf die Politik verlassen würde ich mich nicht. Da kann man gleich den Bock zum Gärtner machen. Etwas anderes wird kommen.

Mit künstlerischer Kreativität erschaffene, radikale Kundenorientierte Unternehmensformen werden die Zukunft beherrschen. Manche tun es bereits. Bei manchen gärt es schon. Und bei manchen ist die Katze noch im Sack.

Egal, wie man es dreht oder wendet, wir werden es erleben. Bald.

Die einzige Frage von Belang ist nur: Wer ist mit dabei?

Tun Sie folgendes:

Machen Sie das, was niemand kann. Warum? Weil nur Sie es können.

Machen Sie das, wovor Sie den meisten Bammel (Angst) haben. Warum? Weil Sie damit Gefahr laufen, in die erste Liga aufzustoßen.

Machen Sie das, wofür Sie sogar bezahlen würden, um es tun zu „dürfen“? Warum? Weil es das ist, was Sie definitiv am besten können.

Drücken Sie Ihrer (oder einer anderen) Branche Ihren Stempel auf. Warum? Weil er da hin gehört.

Seien Sie unordentlich und nicht perfekt. Warum? Ordnung blockiert und Perfektion ist nicht erreichbar.

Seien Sie Sie selbst. Warum? Weil das der oder diejenige ist, die wir sehen wollen.

Im Klugscheißer-Club

Da sind wir alle mehr oder weniger drin. Jeder hat irgendwas beizutragen. Die einen wollen sich wichtig machen, andere wissen alles besser und wiederum andere korrigieren gern andere. Egal, ob sie richtig liegen oder nicht.

Heute ist es schwerer denn je, zu unterscheiden, wessen Klugscheißererei die bessere ist, also jener der wir unsere Aufmerksamkeit schenken, weil sie einen Nutzen beherbergen könnte.

Einen Klugscheißer von einem Wissenden zu unterscheiden ist nicht von Belang. Von Belang ist Ihre Einstellung und ob Sie durchhalten, weil Sie recht bekommen.

Ob jemand Ahnung von der Materie hat, von der er spricht oder schreibt, merkt man mit der Zeit. Wenn nicht, ist er bald wieder verschwunden.

Auf die harte Tour

Was leicht von der Hand geht kann jeder. Genau deshalb lohnen sich die schwierigen Dinge. Seien Sie der Mann oder die Frau für die schwierigen Dinge. Machen Sie das, wovor andere zurück schrecken. Unser Beifall ist Ihnen sicher!

Doktor Fremdwort

Die prosaische Parusie ist einer scholastischen Konsternation rabulistisch gewichen.

Der obige Satz klingt schön schlau, ergibt aber keinen Sinn. Denn um ihn einen Sinn zu geben, hätte ich noch lange daran feilen müssen.

Der Medial-Industrielle Komplex ist an sich kein Fremdwort, sondern beschreibt die Verflechtung von Medien und Großindustrie als ein interessensgesteuertes Geflecht im Sinne des Systems. Der Medien-Teil dieses Komplexes scheint voll mit Leuten zu sein, die sich wohl um jeden Preis gegenseitig kopieren wollen.

Egal, welchen Bericht, Kommentar oder Feuilleton ich in welcher deutschen Zeitung lese. Drin steht zum Teil immer das Gleiche: Fremdwörter immer an der falschen Stelle. So, als ob es einen Zwang gäbe, sich so kompliziert, wie möglich auszudrücken.

Viele Schreiberlinge wollen schlau, gebildet und kompetent wirken. Alles deutsche Tugenden. Auf mich wirkt es snobistisch-verpeilt. Und leserlich ist was anderes.

Ich hoffe, daß „Entrepreneurship“ für Sie mittlerweile kein Fremdwort mehr ist.

Vermeiden Sie Teamarbeit

Entweder Sie arbeiten in Gruppen, was anstrengend sein kann. Oder Sie sind Entrepreneur, was noch anstrengender sein kann. Aber wenn Sie beides gleichzeitig machen, kommen Sie vor lauter Anstrengung nicht zum mehr zum Zuge.

Teams sind gut für Projekte in größeren Organisationen und sie sind gut, um Investoren zu beeindrucken. Aber die bedeutensten Ideen sind von Einzelpersonen ersonnen und umgesetzt worden.

Sobald Sie einen Deal eingehen…

…dann tragen Sie Verantwortung. Das heißt, bevor Sie den Deal abschließen, seien Sie sich im Klaren, was dies in den nächsten Monaten oder Jahren für Ihr Unternehmen und das Unternehmen Ihres Geschäftspartners bedeuten wird.

Wenn Sie in Inventar, Technologie oder Service investieren, können Sie nur selten Ihre Lieferanten und Dienstleister für schlechten Service oder falsche Produkteingenschaften verantwortlich machen. Jedenfalls nicht so, daß Sie dadurch nicht Nerven, Zeit und Geld verlieren. Der Deal war Ihre Wahl, Ihre Entscheidung und er ist Wohl oder Übel nun ein Teil Ihrer Organisation.

Der beste Geschäftspartner, Lieferant oder Angestellte muß zu Ihnen, Ihrem Vorhaben und Ihr Unternehmen passen. Für Sie sind die Besten manchmal Außenseiter, Quereinsteiger oder komplett Branchenfremde. Das müssen nicht unbedingt die sein, die Ihre Konkurrenz oder Ihre Branche für die Besten hält.

Wenn Sie die zu Ihnen passenden Partner (nach sorgfältiger Suche) finden und Ihr Unternehmenskonzept vielleicht unüblich, aber stimmig ist, dann haben auch Ihre Partner eine Zukunft mit Ihnen. Anders ausgedrückt, Ihr Erfolg beeinflußt im bestimmten Maße auch deren Unternehmen und Wohlbefinden. Je langfristiger, desto besser für die Beteiligten.

Wenn Sie gute Absichten haben, dann wollen Sie auch, daß andere an Ihrem Erfolg teilhaben und mitwachsen. Ihren Kunden, die Ihre wichtigsten Geschäftspartner sind, geben Sie ja (hoffentlich) auch einen Mehrwert. Denn Erfolg auf beiden (oder mehreren Seiten) vertstärkt sich gegenseitig. Alles andere wäre nicht lohnenswert.

Tip: Finden Sie diejenigen, die wirklich zu Ihnen und Ihrer Art und Weise passen und Sie werden dauerhaft Zeit, Geld, und Nerven sparen.

Haben Sie gute Absichten?

Na dann werden Sie sich wundern!

Wenn Sie sich nach bestem Wissen und Gewissen entschieden haben, einen bestimmten, für Sie richtigen Weg einzuschlagen, dann unterstell ich Ihnen gute Absichten. Mindestens eine gute Absicht.

Aber einen Weg mit guten Absichten zu gehen ist schwierig. Meist ist es so: Je besser die Absicht, desto ungewöhnlicher (und damit schwieriger) ist der Weg, den Sie gehen.

Egal, ob Sie Künstler, Entrepreneur, Nobelpreisträger, Bürgerechtler, Buchautor, Präsident oder Whistleblower werden wollen. Machen Sie sich auf lange harte Jahre gefasst. Erst danach wird der Rest der Welt und selbst Ihre einstigen Feinde (an)erkennen, daß Ihre Absicht gut war. Bis dahin sind Sie der Outlaw.