Exotensteuer…

…ist, wenn du ein neues Motorrad kaufen willst, es aber eine Moto Morini sein soll, weil du das Besondere wertschätzt. Dann musst du nach Bayern fahren, denn dort ist der nächste Händler, die nächste Vertragswerkstatt. Morini ist nicht teurer als vergleichbare Italo-Bikes von größeren Herstellern. Aber erheblich exklusiver. Und lauter.

…ist, wenn du dein Gemüse selbst anbaust, selber verarbeitest und selber zubereitest, weil du wissen willst, was du isst und natürlichen, unverfälschten Geschmack bevorzugst. Und weil du die Frische, die Nährstoffe oder die volle Dröhnung haben willst.

…ist, wenn du allein dorthin fährst, urlaubst, dich kreativ inspirierst oder arbeitest, wo keiner deine Sprache spricht und du deren Sprache erst erlernen musst. Tschechien zum Beispiel ist zauberhaft und preiswert.

…ist, dass du lange warten, vielleicht Beziehungen spielen lassen und dann noch freundlich sein musst, um im Restaurant Le Jules Verne einen Tisch zu bekommen. Der Preis geht dann unter ‚ferner liefen‘. Und ein Flug nach Paris ist dafür billig.

 

Suche dir mal einen Exoten, dessen Steuer du nur zu gern zahlen würdest

Der Morini-Besitzer liebt es Alpenpässe zu durchfahren. Bayern liegt da nahe.

Der Gemüse-Selbstversoger liebt Gartenarbeit, kocht gern und er verwöhnt gern andere.

Image by Tereza Špacírová

Der Tschechien-Reisende trinkt gern Bier. Und er weiß, Tschechen und Bier gehen gut zusammen. Da fließt es nicht nur reichlich, es redet sich auch fließender. Verständlich.

Derjenige, der zum Schlemmen nach Paris fliegt, ist nicht nur Genießer und Weltbürger. Er liebt es, mit außergewöhnlichen Arrangements sich selbst und andere zu überraschen. Er beeindruckt gern (die richtige Person) und das gelingt ihm damit.

Die Exotensteuer ist meiner Meinung nach intelligenter, interessanter und herausfordernder als ein rein hoher Preis in Euros oder eine Steuer, wie sie das Finanzamt erhebt.

Die Exotensteuer ist eher eine interessante Schwierigkeit, eine Übung als ein Preis, die den Zugang zum Exotischen nicht nur limitiert. Sondern dich zusätzlich bereichert und zum erlebnisreichen, abenteurlichen, erkenntnisreichen, freundschaftlichen oder einfach exklusiven Teil dessen werden lässt.

Eine Exotensteuer zahlt man freiwillig und mit voller Absicht. Dabei wird sie weder ausgewiesen noch irgendwie erstattet. Und wenn sie anfällt, dann nicht unbedingt in finanzieller Form. Sondern sie kommt als Hindernis. Öfter aber als verkleideter Mehrwert, als schöner Teil des Ganzen.

Der Mäuserich

Image by British Pest Control Association/CC BY 2.0

Ich machte erst neulich, also vor 15 Jahren, als Designer/Consultant/Lehrer oder was auch immer, meine üblichen Kaltaquisen* per Telefon.

Da hatte ich beispielsweise den Geschäftsführer einer Berliner Ingenieursfirma am Apparat. Als Ingenieur rief ich dort auch an.

Dann im Laufe des Gespräches entstand bei mir im Kopf ein Bild von dem Mann am anderen Ende.

Ich stellte mir irgendwas zwischen dem mittelalten Bud Spencer und John Wayne vor.

 

Nicht unsympathisch…

…aber scheinbar ein sehr selbstbewusster Bär von einem Mann. Ein echter Haudegen eben, so hörte es sich an. Zumindest am Telefon.

Seine Ausdrucksweise und vor allem die gewaltige Stimme sagten mir, der Mann ist ein harter Hund. Seine Stimme war so laut, dass ich bei jedem Wortanfang ein Rückschlag in meiner Hand hatte. Es war angenehmer, den Hörer eine Armlänge vom Ohr entfernt zu halten.

Wir verstanden uns ganz gut, denn ich stellte meine Stimme auf seine ein, was scheinbar Wirkung zeigte. Er lud mich zu einer Tasse Kaffee ein. Und es hätte mich nicht gewundert, wenn er statt „Tasse Kaffee“ Flasche Whiskey gesagt hätte.

Als ich dann hinfuhr und an dem massiven, rustikalen Gebäudekomplex angekommen war, bestätigte das meinen Eindruck.

Das Firmenlogo, die Einrichtung, alles wirkte irgendwie deftig. Selbst die Leute, wahrscheinlich die Belegschaft, egal ob Frauen oder Männer, waren große, stämmige Bauarbeiter-Typen. Alles passte und von daher wusste ich, was mich erwartete.

Und so plusterte ich mich auf, um bei der ersten Begegnung nicht zu ’schwächlich‘ zu wirken. (Was ich eh nicht tue, aber man weiß ja nie.)

Die Sekretärin brachte mich ins riesige Büro des Geschäftsführers. Es roch verqualmt. Schwere Ledersessel und rustikale Möbel prägten das Bild. Sogar eine Bar konnte ich entdecken. Aber keinen Geschäftsführer.

Die Sekretärin sagte jedenfalls nicht, dass er nicht da wäre.

So drehte ich mich nochmal um, zu fragen, ob ich hier auf ihn warten solle. Ich wollte gerade losreden, da hörte ich die voluminöse Stimme mit der Wucht eines mittleren Erdbebens….

 

Aha, der Geschäftsführer

Das einzig komische war, ich konnte ihn immer noch nicht entdecken.

Aber hören konnte ich ihn. Zumindest bis ich bemerkte, dass er 7 Meter vor mir in einen dieser Sessel saß. Eigentlich hatte er darin bereits gestanden.

Der Mann war höchstens 1,46m groß, sehr kompakt, fast schon zierlich. Eine Maus von einem Mann. Und das bei der Stimme und Sprechweise eines angetrunkenen Bauleiters.

Rein optisch war er mindestens 120 Jahre alt und reichlich wettergegerbt von der Baustelle. Das erklärt vielleicht seinen sonoren Sound.

 

Yoda Elvis

Der sah irgendwie aus wie Yoda mit Elvis-Tolle. Nur die behaarten Ohren waren noch größer. (Ich habe gehört, die wachsen bei alten Leuten immer weiter.) Seine Lauscher schienen auch irgendwie mit den seitlichen grau-melierten Haaren verwachsen zu sein. Zusammen mit seinen überlangen Schneidezähnen wirkte er dadurch noch mehr wie ein Riesennager. Es fehlte – sag‘ ich jetzt mal – nur noch ein Schwanz, der seine Körperlänge verdoppelt hätte.

Seine dünnen Beine konnten das Körpergewicht von geschätzten 35kg wohl gerade so halten, ohne umzuknicken.

Mein erster Gedanke: „Mit dem Whiskey wird das heute nichts mehr. Aber wenn ich ihm ein Stück Käse mitgebracht hätte, würde ich ihn nicht nur milde stimmen. Er würde auch wieder zu Kräften kommen.“

Aber es gab Kaffee und einen Auftrag für mich. Er bot sein Team zur Unterstützung an. Instinktive wollte ich sagen: „Ich arbeite nur allein.“ Aber ich willigte ein.

 

Im Grunde genommen war es das schon

Aber mal unter uns: Es war eine nette Begegnung und Bekanntschaft. Der Mann ist heutzutage schon Rentner und ich fand ihn interessant.

Aber wenn ich mir vorher – vielleicht auf einer Website – nur ein Bild von ihm gesehen hätte, wäre ich vielleicht anders, mit einer völlig anderen Vorstellung an ihn herangegangen.

Ich hätte mir eher darüber Gedanken gemacht, wie ich möglichst wenig groß, im Sinne von „bedrohlich“, auf ihn wirke. Oder wie ich ihn wieder aus meiner Nase ziehe, falls ich mal zu tief Luft hole.

Es ging mir ja nur um Aufträge, egal wie mein potentieller Auftraggeber aussieht. Obwohl… manchmal kann man Leute genau damit von sich abbringen, indem man mit ihnen übertrieben vorsichtig ist.

Denn nicht wie die Leute wirklich sind, ist ausschlaggebend dafür, ob wir mit ihnen können oder nicht. Sondern wie unsere Sichtweise, Weltbild oder Vorurteil von denen aussieht. Passt unser ‚Vorurteil‘ zu dem Charakter des Gegenüber, dann wird auch alles andere passen, das heißt man versteht sich auf Augenhöhe.

Ich habe vor dem hier genannten Geschäftsführer den ’starken Anpacker‘ gegeben. Warum? Weil ich aufgrund seiner Art bereits am Telefon genau so jemanden mir gegenüber erwartet habe. Das hat geholfen. Weil er selber so jemand war. Und so jemanden haben wollte.

Gut, dass ich ihn vorher nicht gesehen habe.

Mal ganz ehrlich, „die Stimme am Telefon“ habe ich ernst genommen. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob ich ihn genauso ernst genommen hätte, wenn ich ihn zuerst nur auf einem Bild gesehen hätte.

Erste Eindrücke bestimmen unser Leben. Manchmal, also in entscheidenen Momenten, sind sie sogar richtig.

*) „Kaltaquise“ heißt ‚Klinken putzen‘ per Telefon, also fremde Leute (Firmen) anrufen, um ihnen die eignen Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen.

Prosit Neujahrs-Blues

Image by Tony Woods

Januar, Jänner oder Jammer. Es macht keinen Unterschied und ist alles dasselbe. Der erste Monat im Jahr ist eine Art Polarmontag, vergleichbar mit der Polarnacht in Skandinavien. Beides bringt eine gewisse, trübe, Stimmung mit sich.

Einige von uns sind faul, fett, versoffen oder bequem geworden. Und das Wetter ist auch noch unschön. Und einige sind noch nicht freiwillig im Januar angekommen, weil sie noch den 32. Dezember feiern. Die wollen gar keinen Januar. Und richtige Suffköppe kennen keinen Januar.

Und den Frauen passen ihre erst zu Weihnachten neu geschenkten oder gekauften Klamotten schon jetzt nicht mehr. Das will kein Mann miterleben.

 

Post Holiday Syndrome

Das Beste ist natürlich, wenn man erst gar keine Feiertage, keine zu langen Pausen oder Orgien (Urlaube, Dauerparties, Dauerglotzen, Sauftouren, Facebooking, Tweeting, Festivals, Supersausen und Oktoberfeste) durchleben muss.

Aber wer macht das schon? Wer verzichtet schon auf Feiertage und Genüsse? Nicht mal die Mönche halten sich da zurück.

Für die, die sich und die Feiertage hart verlebt haben, gibt es drei Methoden, um sich wieder fit zu kriegen. Und zwar durch Tricksen, Planen oder Trumpen. Dabei kommt es ganz auf deinen Typ an, welche Methode wirkt und welche nicht.

 

Tricksen

Sei genervt von den ganzen Feiertagen. Und zwar vor, während und danach. Fühl dich befreit von den ganzen Feiertagsstress. Sei froh, dass die Festtags-Hölle endlich überstanden ist.

Nimm das neue Jahr als Chance deines Lebens. Als Chance für einen Neubeginn oder Wechsel (Job, Partner, Ort, Politik, Geschlecht).

 

Planen

Damit meine ich die nächste Sause planen, den Einkauf von Getränken koordinieren und eine Roadmap für Kneipentouren erstellen. Jetzt gerade haben wir ja noch frisch im Kopf, wie der Hase torkelt und was zu verbessern wäre. Wir sind ja noch im Flow. Und Flow heißt Fluss, der Fluss von Alkohol.

Plane mindestens für jedes Januar-Wochenende eine Party. Allein die Planung, der Gedanke daran und die Vorfreude machen dich schon glücklich.

 

Trumpen

Jetzt kommen wir zum ultimativen Killer gegen den Neujahrs-Blues. Frei nach dem Motto: Vegetierst du noch oder trumpst du schon?

Man muss wissen: Die schwerste Zeit hält an bis zum 20. Januar. Danach geht vieles besser. Aber warte nicht erst bis es soweit ist. Sonst wirkt die Trumpe nicht richtig

Erkläre dich sofort zur unschlagbaren Weltspitze. Echte Profis kommen schon unschlagbar zur Welt. Gleichzeitig musst du schnell alle guten Vorsätze für Schwachsinn erklären und über Board werfen.

Dann ersetze die guten alten Vorsätze durch schwachsinnige. Das verwirrt die Leute und der einzige, der jetzt klar sieht, bist du. Beispiele?

Fang an zu rauchen. Rauche überall. Falls du schon rauchst, musst du den Konsum massiv ausbauen und stärkere Sorten anschaffen. (Wozu gibt’s denn Zigaretten überhaupt zu kaufen?) Probiere zusätzlich noch Dope und kaufe möglichst auf Vorrat.

Spritze, kokse und bringe es auch anderen bei. Versuche damit zu handeln. Und besorge dir Waffen, damit es einfacher geht. Einen Waffenschein bekommst du beim örtlichen Schützenverein. (Bring ein Geschenk mit.)

Fang an zu Trinken. Falls du schon trinkst (Motto: Trinkst du noch oder säufst du schon?), dann gehe über zum Saufen. Das beschleunigt die Zeit bis zur nächsten Sause.

Fahre mehr Auto. Busse und Bahnen sind für Loser und helfen beim Neujahrs-Blues nicht unbedingt weiter. Verkaufe dein Fahrrad an jemanden, den du nicht leiden kannst und hör auf, zu Fuß durch die Gegend zu latschen.

Autos sind komfortabler, sind standesgemäßer. Und sie sind gut für deine Psyche: Um den Klimawandel brauchst du dir keine Sorgen mehr zu machen. Den haben die Chinesen erfunden, um die Amis zu ärgern.

Gib mehr Geld aus. Du hast dir vorgenommen zu sparen? Kannst du trotzdem noch, aber an anderer Stelle (Kinder, Frau, weitere Bedürftige, Gesundheit). Besorge dir lieber einen vernünftigen Wagen, mindestens 5 Meter, mindestens acht Töppe. Trinke nur den guten Stoff. Und hab auch was für Frauen übrig, also Nutten.

Umgib dich mit zwielichtigen Gestalten, um Eindruck zu schinden. Wer mit harten und schweren Jungs rumhängt, wird selbst zu einem und verschafft sich Respekt.

Gehe auf Rachefeldzug. (Motto: Grollst du noch oder rächst du schon?) Das ist eine der besten Arten, sein Leben zu verbringen und sich selbst einen Gefallen zu tun. Überlege, wer dich in der Vergangenheit mal nicht geholfen hat und nehme davon fünf Personen, die du es so richtig heimzahlen willst. Warum? Rache ist süß. Und du liebst doch süßes, oder?

Falls andere noch Rechnungen bei dir offen haben, prelle sie, weil du dich betrogen fühlst. (Du brauchst jetzt dein Geld für wichtigeres wie Außenwirkung.) Wenn hier jemand noch eine Rechnung offen hat, dann bist du das.

Richte einen Twitter-Account ein und motze über alles rum, was nicht in dein Weltbild passt. Tue es am besten um 3 Uhr morgens. Erstens stört dich dann keiner. Und Zweitens staunt jeder, wie früh du schon in Gange bist. Und noch was: Bedanke dich ab und zu bei dir selbst, damit jeder lesen kann, wie großzügig du bist.

Gucke mehr Fernsehen. Wer Fernsehen guckt, der weiß über alles bescheid.

Kurz: Schluß mit der kleinlauten Bescheidenheit. Großspurig und gönnerhaft lebt es sich besser. Und Party ist jetzt jeden Tag.

/Ironie [Lila ist Ironie]

Wie du deine Kreativität entflammst, indem du Chaos stiftest

Original image by Jazz Guy

„Ordnung ist für gewöhnliche Menschen, das Genie beherrscht das Chaos.“ — Albert Einstein.

Chaos ist bunt, frei und wechselhaft. Vor allem fördert Chaos die Kreativität.

Chaoten sind deshalb kreativ, unterhaltsam und immer interessant. Denn ihr Chaos gibt ihnen und anderen Energie, die im Wechsel wirkt.

Ordnung ist grau, einschränkend und einheitlich.

Vor allen erhält Ordnung den Staus Quo und fördert das Herabziehen von guten Leuten auf bedeutungsloses, höchstens zweitklassiges Niveau.

Ordnungsbürger sind stolz, spießig und langweilig.

Die haben in ihrem Idealfall ein Leben lang die selbe Anstellung, am besten öffentlich oder als Beamte.

 

Gewöhnliche Menschen brauchen Struktur

In D-Land sind gewöhnliche Leute sehr ordnungsliebend und daher eine zuverlässige Stütze der Machteliten.

Denn sie halten sich an alle Regeln und sorgen für ihre Einhaltung auch bei anderen.

Versteh mich jetzt nicht falsch. Gewöhnliche Menschen sind in einem durch Ordnung dominierten System keine armen Leute oder Loser.

Sie sind eher wie etablierte Kleinbürger und diejenigen, die von der herrschenden Ordnung auf bequeme Art profitieren. Sie haben oft Ermächtigungs- oder Kontrollfunktion.

Damit erhalten sie das System.

Sie kuschen nach oben und treten nach unten, hätten aber in einem Chaos vergleichbar schlechte Karten.

Viel verlieren würden sie dennoch nicht, denn Beamte und öffentlich Beschäftigte gibt es auch in weniger angepassten oder geordneten Gesellschaften. Sie verdienen nur weniger. Nicht nur Geld. Auch Respekt. Ich respektiere sie auch so schon nicht.

 

Deutschland ist ein ordentliches Land

Ordnung ist hierzulande, neben Naturanbetung (Ökoterror), Staatsreligion. Und der Begriff Ordnungspolitik kommt nicht von ungefähr. Es gibt – und das ist weltweit einmalig – sogar ein eigenes Amt dafür, das Ordnungsamt.

Und von einer Ordungsgesellschaft zu einem Polizeistaat ist es kein weiter Schritt.

Ordnung zwingt unnötige Konflikte auf.

Ordnung ist eine Zwangsstörung.

Ordnung ist deutsch.

Ordnung ist steril.

Ordnung ist tot.

 

Kein Platz für dich als Genie?

Eine gute Frage ist, was denn das Genie macht, wenn es in einem Ordnungssystem lebt. Entweder verlässt das Genie das System durch Jobwechsel, Auswandern oder Alkohol.

Oder das Genie ändert das System in dem es lebt. Nicht das gesamte System in Deutschland, um Gottes Willen. Nichts großes, aber das wesentliche, worauf es bei ihm selber ankommt.

Genies ändern nur den näheren Umstand, die eigene Teilbranche, den bisherigen Blickwinkel, das eigene Weltbild oder das Umfeld.

So gesehen ist Chaos ein kleines, helfendes Kunstwerk im Sinne des Chaoten, der es verursacht hat.

 

Kannst du das System ändern…?

…vor allem dann wenn dieses System jede geringste Störung oder Abweichung bei Strafe untersagt? Also wenn einem negative Konsequenzen drohen?

Die sozialen Strukturen in Deutschland erlauben kein Abweichen von dem, was in der Schule gelehrt wird. Und in der Schule wird jedem gelehrt, dass man das zu tun hat, was einem von oben gesagt wird. Wenn die Leute das so machen, wird ihnen beigebracht, darauf stolz zu sein. Und die Ordnung bleibt erhalten.

Um in dieser einengenden Ordnung Chaos zu schaffen, brauchst du Einfluss, auch dann, wenn er scheinbar klein ist.

 

Wie du Einfluss gewinnst

Großen Einfluss hast du schon mal auf deine Gedanken. Denn da fängt ja jedes gepflegte Chaos an. Auch deines.

Ist dir dein Einfluss aber in der Praxis zu klein, muss du ihn vollständig dazu nutzen, um auf legalem Wege maximales Chaos zu stiften. Und je mehr Chaos du verursachst, desto mehr Einfluss bekommst du. Und damit Handlungsfähigkeit.

Selbst wenn dir Konsequenzen drohen, können dir diese ‚Konsequenzen‘ innerhalb deines gemachten Chaos‘ dann überhaupt noch was anhaben? Nein, wenn eben dieses Chaos für dich beherrschbar ist. Denn kreative Chaoten sind in gewissem Sinne Herrscher. Und Herrscher sind per Definition unberührbar und einflussreich.

 

Ist Chaos überhaupt beherrschbar?

Original image by Jazz Guy

Wenn du Chaos schaffst, musst du, wie Einstein schon sagte, es auch beherrschen können.

Viele, die Chaos anrichten, können es nicht beherrschen.

Politiker sind so ein Beispiel, also Systemprofiteure.

Warum?

Spitzenbeamte denken nicht an die Konsequenzen ihrer Anordnungen und Weisungen, weil negative Folgen nur für andere gelten und nicht für sie selbst.

Das heißt, diese Leute fühlen sich nicht (wirklich) für das verantwortlich, was sie auslösen. [Oder verursachen.]

Obwohl sie es sind.

Damit ist deren Karriere-getriebene Motivation eine völlig andere als bei wirklich kreativen Geistern.

Man kann Chaos nur dann beherrschen…

…wenn man die Auswirkungen abschätzen kann und man weiß, in wessen Interesse man es tut. (Kunden, Famile, Wähler.)

Du musst von Anfang an wissen, für wen oder in wessen Interesse du das Chaos anrichtest.

Wer profitiert?

Könnte jemand verlieren?

Tut deren Verlust weh?

Kurz, du solltest überlegen, wen du mit deinem Chaos noch alles triffst.

Eines ist bei jedem Chaos sicher:

Mindestens einer ist immer involviert. Meist mehrere.

 

Es gibt einige da draußen, die dein Chaos dringend brauchen

Eine gewisse Dauerlähmung mit all ihren Auswüchsen, der ewige Bremsklotz deiner Kreativität, verschwindet aus deinem Leben. — Das ist das, was dein Chaos direkt bei dir bewirkt.

Durch dein selbst gemachtes Chaos zerstörst du die dir gegebenen Umstände, die schlecht für dich waren. Das heißt, das darauf folgende Chaos kommt nun mit hoher Wahrscheinlichkeit deinen Talenten, Absichten und Interessen mehr entgegen als alles, was davor gewesen war.

Genau deshalb kannst du es beherrschen. Und somit kann es nur besser werden. Nicht nur für dich. Auch für einige da draußen. Geniales Chaos erzeugt Resonanz.

 

Und was ist mit der Kreativität?

Die ist schon da, wenn das Chaos beginnt. Chaos zwingt zu Action. Diese Action befreit und inspiriert gleichermaßen. Ich nenne das den Chuck Norris-Effekt.

In diesem Effekt entsteht Kreativität ohne „kreativ sein zu müssen“. Sogar unabhängig von der Zeit. So erkennst du einen Sinn selbst in einem scheinbar verlorenen Tag, der bereits zurück liegt.

Kurz: Bist du heute chaotisch aktiv, dann bist du gestern schon kreativ.

 

Chaos ist Kunst

Und Kunst ist rein emotionsgetrieben. Ohne Emotionen entsteht keine Kunst. Denn Kunst ist Ausdruck von Emotionen.

Gute Kunstwerke sind vereinnahmend und transformierend wie lodernde Flammen.

Sie entflammen (inspirieren) alles brennbare (inspirierbare).

Brauchst du Feuer?

Verbrechen lohnt sich wieder mal

Bad Hombre
Bad Hombre

Alles wird verboten. Strafen werden erhöht und die Kontrollen verschärft. Schon ein schönes Auto oder geiles Motorrad lustvoll anzusehen oder nur darüber zu reden ist streng genommen schon ein Verbrechen.

Und ein nett gemeintes Kompliment oder purer Charme gelten als sexuelle Belästigung. Oder noch fataler: Als rechtsverbindlicher Heiratsantrag.

In fast allen Bereichen deines Lebens kommen neue Beschränkungen, wahnwitzigere Forderungen an den ohnehin komplizierten Alltag. Mülltrennen reicht nicht mehr.

Ich sehe schon eine Vorschrift zum ordnungsgemäßen Trennen der eigenen Fäkalienbestandteile wegen neuer Schadstoffverordnungen kommen. Den EU-Bürokraten traue ich das zu. Diese Beamten gehören nicht in eine EU-Kommission, sondern unter Aufsicht und Verabreichung von reichlich Benzodiazepin in die Irrenanstalt.

Auch auf den ehemaligen Pfaden gefühlter Freiheit, heute Straßenverkehr genannt, haben wir noch strengere Kamera-Kontrollen auf noch engeren Straßen mit noch höheren Bodenschwellen. Und im Eingangsbereich eines Krankenhauses zu rauchen trauen sich hierzulande nur noch die Russen.

 

Null Teleranz

Nichts geht mehr. Jedenfalls geht nichts mehr so richtig locker, flott und flockig so wie früher. Fakt ist, dass Gewalttäter und Bombenleger inzwischen, dass heißt, schon bei Verdacht, ganz gut gefasst werden können. Aber Auto- und Motorradfahrer genauso. Und Leute, die sich der giftgrünen Öko-Ideologie nicht unterordnen (wollen) ebenfalls.

Aber kannst du als rechtschaffener Bürger noch Gesetze – die auf den ersten Blick immer noch wie Richtlinien wirken – übertreten, ohne gleich von den Bullen in deren brandneuen Ökomobil abgeholt zu werden? Ja, wenn du auf andere Verbrechen ausweichst, die früher eigentlich schlimmer waren. Oder sagen wir, als schlimm galten.

Und mit schlimm meine ich, dass diese Vergehen früher strenger geahndet wurden als heute. Also Einbrüche, Diebstähle und Massenvergewaltigungen. Selbst wenn du erwischt wirst, was trotz Überwachung selten vorkommt, wirst du schneller wieder auf freiem Fuß gesetzt als du Anwalt sagen kannst.

 

Mehr Toleranz

Selbst wenn der Täter bekannt ist, heißt das noch lange nicht, dass der auch wirklich verhaftet wird. Und selbst wenn die Kriminalität in bestimmten Bereichen (siehe oben) steigt, heißt es noch lange nicht, dass die amtlichen Statistiken und Medienberichte dir das auch genau so erzählen. Da wird einfach anders gezählt. Und die Verbrechensrate sinkt.

Wie soll das gehen mit der Statistik? Da wächst dann wohl einem Kriminellen schnell mal ein dritter Arm, der sich dann selbstständig macht — ohne das Wissen des ahnungslos schlafenden Verbrechers.

Der vollständig ausmutierte Arm geht für diesen dann stellvertretend heimlich auf Diebestour, Sachbeschädigung und zum Jahresende dann zum Finale, dem kollektiven Arschgrapschen.

Die bestechende Amtslogik dahinter: Der eigentliche Verbrecher selbst zählt zur Vereinfachung wohl nur einmal, egal wie oft Gesetze – oder in diesen Fällen wohl eher Richtlinien – übertreten wurden.

 

100% Erfolg

Klassische Verbrechen, wie ich sie hier genannt habe, werden nur noch im einstelligen Prozentbereich geahndet. Was wiederum null Prozent für denjenigen bedeutet, der sein Gehirn nur frei von Drogen und Alkohol hält, während er seinen Job als Verbrecher macht.

Das gibt mir zu denken. Ich blogge hier seit Jahren, arbeite an Möglichkeiten für ein feines und ebenso faires Produkt, um es mit dir zusammen zum Erfolg zu führen.

Aber vielleicht sollte ich im Sinne des Profits zwischenzeitlich mal als Autoverkäufer bei Mercedes anheuern und mich dann mit samt dem Inventar nach Polen entführen. Ich könnte auch ein paar Möbelhäuser niederbrennen. Oder dem Weihnachtsmann die Geschenke klauen und dann als #TheRealSanta an linksliberale, werdende Loser verschenken.

…natürlich immer nach vorheriger Absprache mit den gut versicherten Eigentümern. Frohe Feiertage!!

/satire (zumindest ein bisschen)

Die Zeit für ausgewichste Gangster ist angebrochen

Image by db2r

Dies ist mal ein positiver Beitrag mit einer frohlockenden Botschaft. Falls du schon immer ein verkappter Gangster warst, dich nie mit Vorschriften anfreunden konntest und sowieso nur das Gegenteil dessen machst, was Mutti sagt…

Dann ist deine Zeit gekommen.

Du hast es sicher schon bemerkt und ich sag es gleich vorneweg: Die Regelbefolger haben ausgedient. Die Faktenhuber ebenfalls. Und die Gutmenschen sowieso.

Und noch was schönes: Auch der deutsche Vorzeigebürger stirbt aus. Und zwar an Stress, Langeweile oder Wahnsinn. Er weiß es nur noch nicht, für welches davon er sich entscheiden muss, was zwangsläufig immer auf letzteres hinaus läuft.

Jetzt zu uns Haudegen. Es ist befreiend, sich nicht mehr nach den Regeln von Idioten verbiegen zu müssen. Aber nur, wenn man das ist, was die nie sein können, weil sie Angst davor haben: Der ‚Böse Bube‘. In gewisser Weise.

 

Der ehrliche Gauner

Der Begriff ‚Ganovenehre‘ kommt nicht von ungefähr. Richtige Ganoven bleiben sich immer selbst treu und sind damit weniger falsch als so manch einer glaubt.

Dein Vorteil bei Ganoven ist, dass du bei denen weißt, woran du bist. Du, nicht Hans, Franz oder Frank-Walter, deren Interessen er zu durchkreuzen droht und natürlich nicht verrät wie er das macht.

Aber die Art, wie er als Gauner gaunert ist immer die selbe. Ehrliche Ganoven haben sowas wie eine wiedererkennbare Signatur oder Handschrift, ähnlich wie Designer, Künstler oder Entertainer. Einige haben sogar einen gewissen Anspruch, richtig gut in dem zu sein, was sie sind. Eben Gangster.

Original shot by Victoriano

Bequeme Spießer sind genauso langweilig wie ihre Probleme, die sie beklagen. Interessant sind nur die Bösen, weil sie kreativ Probleme lösen. Wahrhaftige Ganoven sind deshalb inspirierend wie Sau.

Sie treten in Aktion wenn die Anderen, also Hans und Franz, erstmal Urlaub machen, zu Mutti ins Bett müssen oder warten bis ihnen ein Chef (oder die Regel oder Mutti) sagt, dass sie anfangen dürfen.

 

Der Unterschied

Zwei Dinge unterscheiden Gangster, Gauner und Ganoven von Norm(al)bürgern.

Egal, was sie tun, sie schaffen Fakten. Und sie gehen dabei das Risiko ein, erwischt zu werden.

Wenn das Leben unberechenbar ist, dann musst auch du es sein, um ihm die Stirn zu bieten.

Geht irgend was daneben, dann fangen Gangster wieder von vorn an. (Bleiben sich selbst treu.)

Geht das, was sie machen gut, dann kann Ihnen keiner mehr an die Karre pissen.

Ja, viele Gangster sind schlecht. Oder Betrüger. Aber nicht alle.

Es gibt sogar unter den ausgewichsten (ausgebufften, verschlagenen, mit allen Wassern gewaschenen) Gangstertypen solche, die aus dem richtigen Holz geschnitzt sind.

Um ehrlich zu sein, der Unterschied zwischen waschechten Gangstern und angesehenen „Persönlichkeiten“ ist verschwommener und weniger klar als einige dir weiß machen wollen.

Der Film Le Dernier Diamant (Der Letzte Diamant oder 134 Karat) mit Yvan Attal (der Schwiegersohn von Asphaltlunge Serge) erzählt so ein Beispiel unter Dieben.

 

Der liebe Onkel Doktor…

kann ganz böse sein und für Geld oder Ruhm gesunde Leute gern krank machen. Kennen wir ja alles.

Der kleine Dieb kann seine Beute großzügig mit denen teilen, die selber nicht mehr in der Lage sind, ihren Finger lang zu machen.

Und er hilft wenn Gefahr in Verzug ist, während hohe Tiere immer einen Art Fahrerflucht begehen.

Große Politiker bestehlen das Volk und behalten alles für sich.

Eliten machen Regeln und Gesetze die für sie nicht gelten oder ihnen zumindest nichts anhaben können. [Genauso Manager, die jene Gesetze dann nutzen, um noch mehr zu bescheissen.]

Funktionäre erhöhen ihre Diäten und finanzieren Kumpanen mit Steuergeldern. [Siehe oben.]

Da kann der brave Bürger nur resignieren.

Außer Gangster natürlich. Und wieso?

Ausgewichste Gangster sind gut darin, Umstände zu nutzen, zu hintergehen oder durch die Hintertür zu entkommen. Eines davon geht immer.

Wenn dir deine Umstände nicht passen, dann sei für sie wie ein ausgewichster Gangster.

Der Tag, an dem ich mir Chuck Norris greifen wollte

1997, 18:30 Uhr abends nahm ich in meiner Kneipe in Belzig den Hörer vom Festnetztelefon, drückte auf „Lautsprecher“, wählte erst die südafrikanische Auskunft und dann den Regierungssitz in Pretoria. Eine nette Dame am anderen Ende des Planeten fragte auf Englisch, wie sie mir helfen könnte. Ich sagte, dass sie lieb ist und ich sie jetzt schon leiden kann.

Die Dame lachte und antwortete, dass ich auch nett sei, sie sich über meinen Anruf freut und fragte, was sie für mich tun kann. Ich bat sie, mich schnell mal mit Präsident Nelson Mandela zu verbinden, nur für eine Minute.

Gern, ich sollte einen Moment warten und bitte dran bleiben. Dann kam 5 Minuten lang afrikanische Wartemusik… aber kein Mandela, denn der hatte angeblich gerade das Büro verlassen und Feierabend. Toll, dachte ich mir. Noch so einer, der nur an den Feierabend denkt. Gut, es war bereits Halb Sieben. [Südafrika ist in der selben Zeitzone wie D-Land.]

 

Was hätte ich mit Nelson Mandela besprechen können?

Ehrlich gesagt, nichts wichtiges. Pillepalle. Ich hätte ihm die Wahrheit gesagt und nur den Grund meines Anrufes genannt.

Um meine Gäste, englischsprachige Bauarbeiter, zu unterhalten, betrieb ich manchmal Telefonscherze und stellte dabei auf laut. Das Festnetztelefon war über einen extra Verstärker an die Stereoanlage angeschlossen, so das jeder die Telefonate mithören konnte, wenn ich das wollte. Nicht mehr und nicht weniger hätte ich ihm gesagt. Und vielleicht noch, dass wir am gleichen Tag Geburtstag hätten.

Dasselbe versuchte ich beispielsweise noch mit der neuseeländischen Anwärterin als Premierministerin, die sich gerade im Wahlkampf befand. Und wiederum bei weiteren australischen Politikern. Alles erfolglos. Die Telefonnummern bekam ich teilweise von meinen Gästen, die von dort her kamen.

Mit der Queen hätte ich es auch gern mal versucht, aber Abends wäre das wirklich aussichtslos. Meine Telefonrechnung war trotzdem schon ziemlich hoch. Aber die Gäste haben gesoffen und gegessen, meine Fresse. Und dann meist nur das teure Zeug. Da telefoniere ich gern mit Politikern, die mich nicht sprechen wollen.

Aber nur anzurufen ist nichts für richtige Männer. Und einen Mann wollte ich zur Abwechslung mal persönlich gegenüber stehen. Nicht irgend einen. Natürlich ohne mich vorher anzumelden. Ich wollte Chuck Norris erwischen, selber, persönlich, und nahm mir 1998 dafür etwas Zeit und eine Maschine nach Texas.

 

Erst mal eine Rauchen

Meine oben erwähnte Kneipe in Deutschland hatte ich zu dem Zeitpunkt schon verkauft. So war ich frei und konnte mich anderen Dingen, also Kneipen, widmen.

Auch wenn es sich hier so liest, ich bin nicht extra wegen Chuck Norris nach Dallas, TX geflogen. Ich hatte andere Gründe. Aber wenn ich nun schon mal da war…

Damals hatte ich noch kein Internet. Meine Informationen bekam ich relativ einfach und schnell. So könnte ich ja jederzeit recht unkompliziert [manche nennen das naiv] in die damalige Lone Wolf Cigar Lounge hinein spazieren und fragen ob Chuck da ist. Und wenn es nicht klappt, kein Problem, dann probiere ich es halt nochmal. Ich hatte ja Zeit. Gesagt, getan.

Image by Lone Wolf Cigars
Image by Lone Wolf Cigars

Die Lone Wolf Cigar Lounge (ich glaube es gab noch eine in L.A.) gehörte zu dem Zeitpunkt noch Chuck Norris und Jim Belushi. Das Geschäft samt Tabakhandel haben sie dann so um die Jahrtausendwende verkauft.

Als ich das erste Mal den Laden betrat, war wenig Betrieb, so konnte ich mich in Ruhe mit dem Bartender unterhalten, der nur meinte, um Chuck zu treffen habe ich mir leider den falschen Zeitpunkt ausgesucht. Ein Satz wie eine Drohung.

Das Problem ist, dass Chuck Norris zu dem Zeitpunkt mit der Familie nach Nagano, Japan in den Urlaub geflogen war. Der wollte sich dort die komplette Winterolympiade ansehen und käme erst zurück, wenn die vorbei wäre. Kein Witz!

Die hatten in Nagano doch sicher Parallelveranstaltungen, die sich zeitlich überlagerten?! Aus heutiger Sicht klingt das fast wie einer dieser Chuck Norris-Witze. Aber das war die ernst gemeinte Aussage des Mannes hinter der Bar. Schade, Chuck konnte ich nicht greifen. Aber ich habe viel erfahren und mich lange und gut mit dem Mann an der Bar unterhalten.

Ich erfuhr zum Beispiel, dass Norris, neben den Zigarren in jenen Laden, auch sogenannte Lodges betreibt, also Hotel-ähnliche Einrichtungen, teilweise mit Glücksspiellizenz. Die Schauspielerei war für ihn nur noch Nebenerwerb.

Aber was interessierte mich zu diesem Zeitpunkt, spät am Abend noch Chuck Norris. Der Mann hinter der Bar war das eigentliche Highlight. Nicht berühmt, aber angenehm und unterhaltsam. Er konnte gute Geschichten erzählen, vielleicht besser als so manch Prominenter. Ich fand es gut [und kam daher am nächsten Tag noch einmal auf ’ne Zigarre].

Der Barmann sagte noch, Eric Norris, Chuck’s Sohn, wäre in Dallas und wollte angeblich noch vorbei kommen. Ich könnte ja mit ihm eine Zigarre rauchen. Auf den wollte ich nicht warten, der Mann gab mir nach ein paar Drinks die Visitenkarte vom Laden und fragte, ob er meine Nummer haben kann, falls Chuck Norris zurück kommt. Ich sagte, das wäre nicht nötig und ich hätte sie eh nicht im Kopf, eine Karte hatte ich nicht. (Ich glaube, der fragte nur aus Höflichkeit.)

…denn wer will schon, dass Chuck Norris seine Privatnummer hat. Und irgendwann, wenn man es nicht erwartet, anruft. [Danach sind hier in Bad Belzig wohl alle Leitungen tot und parallel entsteht ein riesiges Funkloch.]

Als ich in der selben Nacht noch in eine andere Bar ging um einen letzten Drink zu nehmen, sah ich, wie dort die Band gerade abbaute. Da sagte mir jemand stolz wie Oskar, dass Kevin Bacon zusammen mit seinem Bruder gerade hier gesungen und sich bei jedem Gast zum Abschied persönlich per Handschlag mit ein paar netten Worten bedankt hat.

Ich sagte, dass ich in einer anderen Bar auch ein interessantes Gespräch mit jemanden hatte und eine sehr teure Zigarre spendiert bekam. In welch einer Bar passiert einem schon so was? So ein Abend ist einmalig und gute Gespräche selten.

Und wenn ich Kevin Bacon sehen will, dann kaufe ich mir eine Blu-ray. Und Chuck Norris? Für den reicht ’ne DVD.

Warum Du die Dinge mal aufmischen solltest

Gunsmoke tv show by CBS Televisionstill captured by Bill Strain

Ich gehe mal davon aus, dass du schon ganz gern die Dinge aufmischst oder es insgeheim gerne tun würdest.

Aber um es richtig zu machen, braucht man die passende Gelegenheit dafür. Und die kannst du dir nach und nach schaffen.

Ich gehe noch darauf ein, warum du die Dinge aufmischen solltest. Dein Temperament ist hierbei auch dein Talent, dein spezieller Vorteil.

Gehen wir mal aufs Ganze. Dann mischst du so gern Dinge auf, dass du damit Gefahr läufst, bei bestimmten Leuten anzuecken.

Jetzt stellt sich die Frage, warum du das machst. Wohl wissend, dass du anecken könntest (und solltest — siehe weiter unten), denn dies gehört zum Geschäft, hier die Antwort:

 

Weil du gesellig bist

Du bist einfach ein geselliger Typ. Egal ob es jemand anderes so sieht oder nicht, du bist es. Sieht er es nicht, dann bist du momentan nicht damit beschäftigt, irgendwas aufzumischen. Aber du könntest es jederzeit tun, wenn du wolltest.

Jemand, der wirklich ein geselliger ‚Typ‘ ist, egal ob Frau oder Mann, der hat gar keine andere Wahl, als bestehende Strukturen aufzubrechen. Sei es als Gast auf einer Party, als Teilnehmer auf einer Konferenz, als Aussteller auf einer Messe oder als Gewürzspinnen-Händler am Markttag im beinahe-Ortszentrum von Trunkenbrunn-Suffhausen.

Die eben genannten unterschiedlichen Situationen oder Szenarien ähneln sich von ihrem sozialen Charakter her sehr.

Ein gewisses Aufmischen der bestehenden Ruhe, Ordnung oder Aufmerksamkeit gehört dazu, weil du damit die Beteiligten an das heranführst, was sie doch eigentlich dort suchen. Das wäre Unterhaltung, Spaß, einen guten Deal, etwas Besonderes, eine neue Idee, einen Partner, eine Beschäftigung für die Gören oder einfach sich die Kante geben.

Ohne dein Zutun (Aufmischen) würden die meisten die eben gannten Dinge, von denen es unzählige Varianten gibt, verpassen und der Tag wäre umsonst. Nicht nur für dich, sondern auch für die. Das heißt, hast du was, dann zeig es so, dass derjenige, der es sehen soll, gar nicht anders kann, als es zu bemerken. Eben so, dass man es sehen muss.

 

Falls du mal keine Möglichkeit hast, die Dinge aufzumischen

Dafür gibt es feinere und subtilere Möglichkeiten, sich durchaus bemerkbar zu machen. Sogar ohne dass du selber an vorderster Front irgendwas dafür tun müsstest. Das geschieht durch Symbole, mit denen man schon zeigen kann, wie du bist oder wer du bist oder was du zu bieten hast.

Beispiele wären die Wahl der Kleidung, ein bestimmtes Getränk in einer Bar zu bestellen, eine bestimmte Sprechweise (Wortwahl, Ton, Ausdruck, Akzent) oder ein unübliches (nicht zwangsläufig teures) Fahrzeug. Eben Unangepasstheit.

 

Statt Aufmischen eskalieren lassen

Man kann auch durch nicht mitmachen bestimmter gemeinschaftlicher Rituale plötzlich in den Vordergrund rücken und sogar Spaß dabei haben. Solche Situationen spielen sich meist innerhalb weniger Sekunden ab.

Gruppenfotos sind so ein Beispiel. Dabei ordnen sich die Leute von allein. Sie stellen sich meist wie von selbst so hin wie man es erwartet. Das ist eine Mischung aus Herdentrieb und Anpassung.

Bleibe dabei etwas außerhalb der Gruppe, so dass du gefühlt nicht mehr aufs Foto passen würdest. Achte dabei auf den momentanen Chef oder die zur Zeit bestimmende Person.

Das ist jetzt der Fotograf und höre, was er dir sagt und tue es. Der wird dich so prominent positionieren, dass du als erstes auf dem Foto ins Auge fällst.

Schiebst du dich von allein oder zu bemüht in den Vordergrund, dann macht der Fotograf das Gegenteil und versteckt dich womöglich noch hinten ans Ende und drückt nicht ab bevor du hinten stehst. (Auch das zu wissen kann für manch einen hilfreich sein, aber das ist ein anderes Thema.)

 

Langweilig…

Ich persönlich mag es nicht, wenn es irgendwo langweilig ist. Man selber hat aber immer die Möglichkeit diese Langeweile zu durchbrechen. Selbst wenn gar nichts geht, kann man den Ort immer noch verlassen. Du kannst ja hektisch sagen, es wäre ein Notfall.

Langeweile ist ein Notfall. Wenn du das nicht tun möchtest, was ich verstehe, hier ein Tip:

Aufgezwungene Langeweile aktiviert kreative Gedanken. Falls du nach einer Lösung für ein bestimmtes Problem suchst, kann durch die Veränderung deiner Umgebung oder deiner Situation, kombiniert mit Nichtstun die Lösung sozusagen erdacht werden. Also immer was dabei haben, um die Gedanken festzuhalten. Ein Notizblock, dein Smartphone, einen Papagei, was auch immer…

…gelingt dir das, dann hast du dich zur Abwechslung mal selbst aufgemischt. Letztendlich ist das die beste Art und definitiv der Anfang, um die Dinge woanders aufzumischen.

Musst du als Kunde alles wissen?

Image by EvelyGiggles

Kunden müssen nicht alles wissen. Sie müssen auch nicht alles kaufen. Aber dir als zahlenden Kunden die Informationen direkt zu geben, die dich wirklich als ‚Konsument‘ betreffen, interessieren und aufklären, ist eine erfahrbare Erweisung von Respekt.

Jeder, der was verkauft, sollte seinen Kunden respektieren. Tut der Anbieter es nicht, fühle ich mich schon verarscht. Zumindest ein bisschen.

Hier mal zwei typische Produkt-Beispiele, die Kunden oft zu recht beklagen und dann trotz guter Angebote verärgert (nicht respektiert) zur Konkurrenz gehen:

Ist der Whisky kühlgefiltert, gefärbt und wie alt ist er? Ferner, was für Fässer wurden verwendet? Ich will nicht erst eine email schreiben und nachfragen. Das gehört aufs Etikett. Und zwar klar und deutlich

Ist das Motorrad Euro3 oder Euro4? Was wiegt das Ding wirklich, vollgetankt und nicht „trocken“. Und haben die Zubehörteile für Deutschland eine Betriebserlaubnis? Ich will nicht erst den Händler nerven. Solche Angaben gehören in den Prospekt, auf die Website. Sichtbar, klar und deutlich.

Es kommt neben den eigentlichen Zweck einer Sache (Genuss, Leistung, Status) auch auf das Vertrauen an, dass wir den Angaben entgegen bringen. Wir wollen was damit anfangen können. In der Praxis, weniger im Labor.

Und ja, vergleichen wollen wir auch. Wir wollen wissen, was der Master Distiller für tolle Aromen bei einem 5-jährigen Whisky aus den Fässern heraus geholt hat. Und wir wollen wissen, ob das Motorrad immer noch nach Motorrad klingt, wenn alles im gesetzlichen Rahmen bleibt. (Wie gesagt, nur so als Beispiele.)

 

Zahlen bedeuten Standardisierung und Vereinheitlichung

Nummern und Mengen sind ein gutes Beispiel. Ich sage mal, es kommt darauf an, wem die Zahlen nutzen.

Zahlen machen Alltagsdinge (Produkte, Messwerte, Mengen) vergleichbar. Aber ihre Bedeutung verweilt nur kurz.

Nämlich bis zur nächsten Zahl, die einen noch höheren (oder niedrigeren) Wert angibt. Bei vielen Produkten sind Zahlen das einzige Verkaufsargument (PS-Leistung, Preis, Gewicht, Schuss pro Magazin). Und bei vielen Menschen sind Zahlen ein Statussymbol (Einkommen, Facebook-Freunde, Oberweite).

Da gab es den Hubraum vom teuren Auto, das Alter vom geliebten Whisky oder die Körpermaße eines weiblichen Models. Letzteres hält sich am hartnäckigsten, obwohl gerade dieses Model-Beispiel mir die Sinnlosigkeit von nackten Zahlen vor Augen führt.

Das ist wie mit dem eigenen Körpergewicht, wo man sich nur auf die Anzeige der Waage verlässt, obwohl jeder Blick in den Spiegel schneller, präziser (und gnadenloser) urteilt.

Zahlen blenden und begrenzen die Gestaltungsmöglichkeiten. Denn Kunst kann man ja nicht so einfach an Zahlen messen.

Aber bei vielen Dingen helfen Zahlen, eine Sache, genauer ein Produkt, zuzuordnen. Und mal ehrlich, eine Frau ist doch kein Produkt. Aber ein Produkt ist ein Produkt.

 

Etikettenschwindel

Kein Etikett berichtet über alle relevanten Fakten. Denn alle Fakten anzugeben würde ablenken vom Wesentlichen. Und das ist der Haken.

Das Wesentliche muss angegeben werden, und dazu gehören wesentliche Zahlen. Manchmal genügt eine, meinetwegen hinten und in klein. Aber sie gehört genauso drauf wie alle relevanten Inhaltsangaben. Und relevant bedeutet relevant für den Kunden. Besonders dann, wenn er doch viel Geld dafür bezahlen soll.

 

Featureritis

Produkte mit immer neuen Funktionen vollzustopfen anstatt Qualität und realen Gebrauchswert zu steigern ist genauso respektlos wie fehlende oder weggelassene Angaben(, die der Kunde unbedingt haben will – wofür er freiwillig zahlt). Das nennt man dann Featuritis oder Blähware. Hier weiß der Kunde, was er will. Aber der Anbieter nicht, weil jener den Kunden ignoriert. Ignoranz ist respektlos.

Leider bekommst du als Kunde womöglich das, was du nicht haben willst. Und musst dafür zahlen.

 

Wenn wir Geld dafür ausgeben

Man will eben was messbares, eine Größenordnung, um zu wissen woran man bei irgend etwas ist.

Wem vertraue ich mehr? Den Geheimniskrämer mit bunten Bildern und schwammiger Werbung (auch „Marketing“ genannt)?  Die zuckende Hipster-voll-in-die-Fresse-Werbung verkauft nicht unbedingt das Produkt. Sondern den Kunden für dumm.

Oder wollen wir ehrliche Transparenz, die uns sagt, was wir letztendlich wirklich bekommen? Selbst dann, wenn die Zahl nicht sehr hoch ist.

So können wir die Handwerkskunst doch noch mehr schätzen. Wegen der Zahl. Auch und gerade wenn diese eher ‚klein‘ ist.

Du hast die Wahl: Eine Flasche Whisky ohne Altersangabe (bei Scotch sind per Gesetz 3 Jahre Minimum), einen mit 10 Jahren Alter oder einen mit 18 Jahren? Jede davon kostet €30. Welchen würdest du nehmen? Ich denke, die Frage würde eher lauten, welchen du nicht nehmen würdest. Denn ein 10er kann manchmal besser sein als ein 18er. Aber der ohne Altersangabe ist die Katze im Sack. Punkt.

Oder beim Zweirad-Händler: Ein Motorrad mit 4 Zylindern und 150 PS kostet €10.000, eines mit 3 Zylindern und 135 PS kostet €12.500. Und eines mit nur 2 Zylindern und 77 PS kostet €15.000. Das erste ist ein japanisches, das zweite ein englisches, das dritte ein amerikanisches Modell. Jedes verkauft sich, teilweise sogar, weil der offensichtliche „Mangel“ (Gewicht, Zylinder/Winkel, Sitzhöhe) der eigentliche Kaufgrund ist.

Ich will nicht unbedingt wissen, wer mehr oder weniger von irgendwas hat. Oder ob ich statt 200 PS Irgendwo 205 PS bekomme. Wenn es weniger ist, aber sehr gut, dann nehme ich es und bezahle dafür gern [mehr].

Aber ich will zum Henker wissen, was überhaupt drin ist.

Die richtigen Infos bedeuten nicht nur MehrWert, sondern – ich wiederhole – Respekt gegenüber dem Kunden. Diese Angaben heraus zu rücken kostet nichts. Aber der Kunde zahlt oftmals genau dafür etwas mehr. Er will respektiert werden, wenn er schon (etwas mehr) bezahlt. Ich übrigens auch.

Trumps of Anarchy

Hair Force OneStock image by Cage Skidmore (modified by Lutz Finsterwalder)

Als The Donald als Sieger der Präsidentschaftswahlen endlich feststand und dann langsam ans Rednerpult schwebte, hab ich mich vor Lachen nicht mehr eingekriegt. Clinton gegen Trump, das war Böse gegen Böse, wie Alien vs. Predator.

Donald’s Gesicht sah nicht müde aus, im Gegensatz zu seinen Begleitern, insbesondere von Sohnemann, der als Trump’s Minime verkleidet war.

Trump’s Gesicht sah eher aus so wie das eines Katers, der gerade das bunte und immer so lieblich singende Vögelchen gefressen hatte, das Presse, Machteliten und Steinmeier so lieb hatten.

Letzterer war in tiefer Trauer, dazu lieh er sich Merkel’s Mundwinkel aus. — Und jetzt? Ich bin höchst erheitert, dass ein „Bösewicht“ plötzlich die Welt beherrscht. Ich schreibe ungern über Politik. Aber das hier ist Entertainment auf höchster Ebene. Das ist The Apprentice auf Steroide.

Jetzt ist Trump überall. Jetzt kennen ihn auch die Deutschen. Ich erwähnte ihn in diesem Blog bereits 2013, besuchte den Trump Tower 1994 zusammen mit einem Kumpel und weiß von ihm seit 1988 (damals war ich noch DDR-Bürger).

Neu ist: Jeder Politiker und jeder Presseheini erschafft sich jetzt seinen eigenen Trump. Einer verrückter als der andere. Nun haben wir auf einmal viele Trumps. Ich habe mir auch mal zehn Trumps erschaffen, wobei ich zwischen Meinung und Satire hin und her gerissen bin:

 

 

TRUMP 1: Der Hund

Image: Kagan/Finsterwalder

Die Welt der Etablierten schwankt. Das ganze Kartenhaus von Arroganz und Überheblichkeit von Politik und Medien bricht zusammen. Deren Ideologie ist nicht mehr im Amt. Und das sieht man Steinmeier an.

Das ist es, was er betrauert, deshalb macht der so eine Miene.

Steinmeier hat nicht Angst um seinen sicheren und hochdotierten Beamten-Job als Außenminister mit anschließender Vollpension. Sondern dass jede Konfrontation mit dem Thema „Präsident Trump“ mach dem 8. November einen Gesichtsverlust für ihn bedeutet.

Jedesmal wenn er „Präsident Trump“ hört oder nur denkt bekommt er innerlich einen Stromschlag.

Und als Steindussel sein Statement nach der Wahlnacht zum schlechstesten gab, wirkte er, als wenn jemand den großen bellenden Köter aus dem goldenen Zwinger ließ, den er zuvor aus sicherer Entfernung mit Steinen gemeiert hatte.

Und so merken das die vielen kleinen Steingnome (die Jasager aus Politik und Medien) jetzt auch. Eben hysterisch, unglaubwürdig, rechthaberisch, ängstlich. Und vor allem verärgert.

The Donald muss gar nichts tun. Er muss nicht mal da sein. Er wirkt trotzdem. Siehe: Er ist ja jetzt, 2016, noch nicht mal im Amt.

 

 

TRUMP 2: Die Strafe

Image: Kagan/Finsterwalder

Führungsgremien haben in Hillary’s Interesse Bernie Sanders ausgebotet, was undemokratisch ist und viele zu schlimmeren Prostestwählern machte als sie es mit Bernie wären.

Das unvermeidliche, aber amüsante Resultat:

Statt einer Veränderung zum Positiven mit Sanders, gibt es jetzt Spiel und Spaß mit Trump wie früher nur bei Julius Cäsar.

Strafe muss sein.

 

 

TRUMP 3: Die Praxis

Image: Kagan/Finsterwalder

The Donald liebt einfache Lösungen, da sie praktisch sind. Da wird geredet vom „Einzug ins Weiße Haus“, „ins Oval Office“. Wozu dieser Umzugsstress in ein altes Pillepalle-Häusle mit Schimmel an den Wänden aus Lincoln’s Zeiten?

Wer soll dort in Washington einziehen? The Donald etwa? Das ist dem viel zu popelig und zu karg. Der würde sich ja verschlimmern, denn er ist als Milliardär und Immobilientycoon erheblich besseres gewohnt. Und zwar sein Leben lang.

Er wird bei seiner Amtseinführung symbolisch ins Weiße Haus einziehen, natürlich. Und er wird sich dort genüsslich ablichten lassen und sich in Szene setzen. Denn er liebt Trophäen wie er Geld und Frauen liebt. Hin und wieder wird er von dort auch eine Rede halten und gelegentlich einen Diktator begrüßen. Das wäre es auch schon, da es ansonsten einfach nicht trumpig genug ist.

Das heißt ganz einfach, die Welt, Frau Merkel und letztlich die USA werden jetzt vom Trump Tower aus beherrscht.

 

 

TRUMP 4: Der Islamische Staat

Image: Kagan/Finsterwalder

Kurz und Bündig gesagt: ISIS bekommt es mit The Donald zu tun.

Und der fackelt nicht lange.

Das zu wissen reicht eigentlich.

Und falls die Generäle maulen, das ginge nicht, zeigt Donald ihnen wie es geht:

Er kauft den „Islamischen Staat“ einfach auf und führt ihn wie eines seiner Casinos.

 

 

TRUMP 5: Das Dejavu

Image: Kagan/Finsterwalder

Momentan mache ich Honecker’s Zeiten noch einmal durch. Zumindest auf die mediale Berichterstattung bezogen.

Wie damals in der Ostzone Anfang der 1980er über Ronnie „Raygun“ Reagan nach seiner Wahl gejammert und hergezogen wurde, so jammert und grantelt jetzt die deutsche Nomenklatura samt ihrer Agitatoren [ich meinte Journalisten] über The Donald.

In US-amerikanischen Medien ist es eher geteilt. Entweder Pro-Clinton oder Pro-Trump. In Deutschland gibt es nur Pro-Clinton.

Dazu kommt noch ein kleines, aber feines Ärgernis: Die gesamte Mainstream-Presse hatte am Vorabend der Wahlen ihre Titelblätter samt Titelgeschichten und Lobhudeleien für eine „Präsidentin Clinton“ nämlich schon fertig ausgearbeitet, größtenteils gedruckt. Dann mussten sie den ganzen Mist wieder zurück rufen. Jetzt geht mit denen der Gaul durch.

Trotz allem: Von meinen amerikanischen Bekannten und Freunden, von denen ich weiß, wen sie wählten, haben die meisten tatsächlich Hillary oder (aus Protest) Jill Stein gewählt. [Und somit offenbar ihre Stimme zugunsten v. Trump verschwendet.]* Nur eine Hand voll stimmte für Donald. Aber die meisten Amis, die ich kenne sind linksliberal. Die hatten damals auch Bush nicht gewählt…

…aber Nixon hatte angeblich auch keiner gewählt…

 

 

TRUMP 6: Die Geschäfte

Image: Kagan/Finsterwalder

Journalisten, vor allem die stets betroffenen Deutschen, verstehen keinen Spaß. Donald ist doch lustig. Spannend ist er obendrein. Und alles ist schön echt, mit echter Macht und so.

Für viele Germanmen und Germanwomen ist er wie die materialisierte Figur einer fiktiven Seifenoper, in der jeder mit macht. Allerdings ohne Drehbuch und daher umso spannender. Man fragt sich bange, was der Typ wohl als nächstes ausheckt. Ich liebe diese Form von gefühlter Anarchie.

Für manche Amerikaner ist der neu gewählte POTUS* ein John Gotti, ein King of New York oder King of America. Für manchen ist er eine Art amerikanischer Berlusconi oder besser, wie ein durch politische Dummheit anderer verbeamteter Mafia-Boss. Und damit ein hausgemachtes Problem von „demokratischen“ Politikern um Clinton.

Von Politikern erschaffene, aber unerwartete und danach nicht mehr beherrschbare Probleme gab es schon vorher. Allerdings noch nicht in dieser Dimension und mit dieser Bumerang-Wirkung. Trump ist ein Bumerang elitärer Hybris.

Aber genießen wir es als Naturschauspiel, ähnlich als wenn eine Hyäne ein Schwein reitet. Das hat was. Denn auch vom Glamour und der Großspurigkeit her steckt The Donald sogar staatsmännische Paradiesvögel wie Ceaușescu, Ludwig den XIV. und Herman Göring locker in die Brioni-Tasche.

Aber für Putin ist The Donald wohl eine Art Super-Schröder XXL. Ein Deal ist dann schnell mal unter Dach und Fach. Beispiel:

Ein Tausch von Alaska gegen jeweils fünf extra frei geräumte Baugrundstücke in bester Lage mit Glücksspiellizenz im Zentrum von Moskau, Wladiwostok und St. Petersburg wäre nur eine Anregung.

* (President Of The United States)

 

 

TRUMP 7: Der Russe

Screenshot cutout. Original image by PBS Team Coco.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siehe oben.

 

 

TRUMP 8: Der Weiße Alte Mann

Image: Kagan/Finsterwalder

Nochmal zurück zu Steinmeier. Der hatte Trump nämlich als Haßprediger beschimpft. Olle Steingeier sollte sein Geschimpfe mal gegen die Leute richten, die ihren Haß gegen die „Weißen Alten Männer“ auslassen.

Die Medien meinen damit die von denen frei erfundene „Truppe“ um Trump herum, ein sogenanntes „Gruselkabinett“, dass es noch gar nicht gibt. Die einzig realen Gruselkabinette befinden sich derzeit in Berlin und Brüssel. Nicht in Washington.

Aber tun wir mal so, als ob Trump eine Steilvorlage für deutsche Journalisten liefern würde.

Darüber, wer mit Hairy Donald regiert, wird viel spekuliert. Ich spekuliere nicht, ich mache konkrete Vorschläge, auch mit ein paar richtigen Haudegen, die natürlich alt und weiß sind. Das ist zwar noch kein Verbrecheralbum, aber ein Versuch:

Frédéric Prinz von Anhalt hat sich schon als Botschafter in Berlin angeboten. Na geht doch!

Außenministerin: Sarah Palin.

Verteidigungsminister: Joe Pesci

Arbeitsminister: Donald Trump Junior

Modeministerin: Ivanka Trump

Justizminister: Ein Freund von Trump

Finanzminister: Bernie „The Weasel“ Madoff (Wie? Siehe Justizminister.)

Bildungsminister: David Miscavige [Nennt sich dann Trumpology, halb Trump University, halb Scientology]

Minister für Heimatschutz: Clint Eastwood

Showminister: Regis Philbin. (The Donald hört ihn so gern reden.)

Wenn Trump das nur ungefähr so hinbekommt, dann ist die Muppet-Show perfekt. Aber keine Sorge. Falls es generell schwierig wird, Leute zu finden, dann lässt er sein zukünftiges Kabinett im TV in einer Bewerbungsshow antanzen. Ganz wie im alten Rom. Das nennt sich dann Game of Trumps.

 

 

TRUMP 9: Das Ziel

Image: Kagan/Finsterwalder

Was The Donald alles verhindern und beenden will, das wissen wir.

Was er erreichen oder wie das Land nach vier Jahren seiner Präsidentschaft aussehen soll, dass wissen wir nicht.

Donald auch nicht.

Dass muss er sich erst noch überlegen.

 

 

TRUMP 10: Die Show

Image: Kagan/Finsterwalder

Die Amtseinführung wird zur Krönung. Seine Frisur ist ohnehin eine Art Krone. Dabei ist das Amt des Präsidenten eigentlich viel zu klein für The Donald. Da geht noch was. Zumindest wird er dafür sorgen, dass er täglich in den Schlagzeilen steht. Die Medien sollten ihn danken, dass er zuverlässig liefert.

Außerdem wird es eine Dauerorgie für amerikanische Komiker. Ich freue mich auf 4 Jahre Unterhaltung.

Ehrlich, wenn es so jemand ins Amt des US-Präsidenten schafft, der verdient vorab schon mal den Comedy-Nobelpreis. Und zwar den besten, schönsten und großartigsten von allen Comedy-Nobelpreisen.

Was, den Preis gibt es nicht? Das interessiert mich nicht. Und schon gar nicht The Donald.

 

Fazit 1: Gewinn

Ich habe als Jungspund einige von ihm diktierte und von Meredith McIver geschriebene Bücher im Original gelesen. Darin wurde mir eines klar.

Der Mann sucht tatsächlich neue Herausforderungen, meist solche, die ihm weg vom (für ihn) wenig erfolgreichen, hin zum neuen Unternehmungen und damit erhoffte Anerkennung und Bewunderung bringen. Er will als Gewinner gesehen werden. Erst Immobilien, dann Glücksspielcasinos, dann Golfresorts, dann Fernsehshows, dann Bildung/Schulungen und jetzt Politik. Klappt es hier nicht, dann klappt es eben dort oder anderswo.

Ihm ist es daher nur wichtig, zu gewinnen. Egal wie. So wie ein Unternehmen Gewinn machen will, mit dieser Denke führte der seinen Wahlkampf. Jeden Schritt darüber hinaus macht er sich erst Gedanken, wenn es soweit ist. Der wäre auch für die Grünen angetreten, wenn es ihm eine Siegeschance oder nur genug Aufmerksamkeit gebracht hätte.

Mit einem Politiker hat der rein gar nichts zu tun. In dem Punkt haben die Einschätzungen der Medien meist recht, wissen aber nicht, dass er völlig anders tickt. Den geht es nicht um Rassismus und Mauer bauen. Sondern um härter im Wahlkampf zuzuschlagen, deutlicher, direkter zu sprechen, als es sich ein Berufspolitiker trauen würde. Er hat schlicht die Story seines „Kunden“, seines Wählers, erzählt. Dazu musste er nicht ehrlich sein. Und die Story von Clinton hat er gleich noch ungefragt mit erzählt und dagegen gehalten. Der fragt niemanden um Erlaubnis.

Mit dieser Machart ist er ein Alien. Und nur das Alien konnte dem Predator Hillary auch als solchen sichtbar machen. Dies hielt die Wahlbeteilung in Städten extrem niedrig (Verweigerung). Die übrigen wählten ihn.

 

Fazit 2: Ohnmacht und Wut

Die Wähler, die noch auf die nach herkömmlicher Ansicht wählbarere Clinton gesetzt hatten, fühlen sich jetzt nach der Wahl um ihr Land und ihre Gesellschaft, so wie sie sie kennen und lieben beraubt und betrogen. Hillary hätte alles bewahrt. Aber das wurde über Nacht geklaut. Zumindest fühlt es sich für jene so an. Das ist rein Emotional.

Es ist als wenn der eigene Vater dein Auto (Identität) klaut und zu Schrott fährt, dann besoffen lallend durch die Gegend zieht und deine (mexikanischen, muslimischen, schwarzen) Freunde beleidigt und bedroht. Dann zieht der beschämte Ami sich die braune Papiertüte über dem Kopf oder schwärzt seinen Avatar bei seinen Internetkonten. Oder randaliert, wenn er hart drauf und anarchisch genug eingestimmt ist.

Olle Donald wird unterhaltsamer, drolliger und schrulliger regieren als der glatte, elegante und perfekt lächelnde Obama.

In 4 Jahren beginnt das Schauspiel von vorn. Mal sehen, wer dann Schwein und wer Hyäne sein wird.

Oder Alien und Predator.

*Thank you Barry